Erstellt am:12.1.17

 

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"Runder Tisch Bad Godesberg" wird "Runder Tisch Gewaltprävention"

"Die Verwaltung wird beauftragt, die Landesregierung aufzufordern, auch den Kommunen die rechtliche Möglichkeit einzuräumen, unsichere Orte im öffentlichen Raum selbst zu bestimmen und an diesen eine Videobeobachtung einzurichten." Über diese Beschlussvorlage für die Sitzung des Stadtrates am Donnerstag, 2. Februar, hat Oberbürgermeister Ashok Sridharan den "Runden Tisch Bad Godesberg" in dessen jüngster Sitzung am Mittwochabend, 11. Januar, informiert.

Oberbürgermeister Sridharan hatte den Runden Tisch nach dem gewaltsamen Tod von Niklas Anfang Mai 2016 in Bad Godesberg eingerichtet - mit Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa, Vertretern Bad Godesberger Schulen, der Kirchen und Glaubensgemeinschaften, von Jugendeinrichtungen, des Stadtsportbundes sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung. Da sich der Runde Tisch mittlerweile nicht mehr nur auf Bad Godesberg konzentriert, sondern stadtweit aktiv ist, und sich auch schwerpunktmäßig auf die Gewaltprävention konzentriert, firmiert er fortan unter "Runder Tisch Gewaltprävention".

Schulsozialarbeit wird fortgesetzt
Wie der Oberbürgermeister berichtete, ist mit großer Unterstützung der Polizei eine Liste kriminogener Orte entstanden. Die Verwaltung hat Maßnahmen erarbeitet, wie diese Orte so gestaltet werden können, "dass sie nicht mehr auffällig sind". Die angedachten Maßnahmen werden nun mit Kosten hinterlegt und die Liste anschließend der Politik und dem Runden Tisch vorgelegt. Die Politik wird über die Priorisierung und die Umsetzung entscheiden.

Als "wichtige Entscheidung" im Sinne von präventiver Unterstützung schulischer Arbeit wertete Schulamtsleiter Hubert Zelmanski den Beschluss des Rates im Oktober vergangenen Jahres, die 25 Vollzeitstellen der Schulsozialarbeiterinnen und –arbeiter zu entfristen. "Ich bin sehr froh, dass wir die etablierte Schulsozialarbeit jetzt mit der gebotenen Nachhaltigkeit fortsetzen können."

Jugendamtsleiter Udo Stein erläuterte, dass die Stadt kurz vor der Vergabe des stadtweiten Gewaltpräventionskonzeptes an die Philipps-Universität Marburg steht. Die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung zum Gewaltpräventionskonzept im vergangenen Herbst, deren Akteure an der Konzeptentwicklung beteiligt werden, sind mittlerweile dokumentiert und ausgewertet. Sie werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Auftaktveranstaltung zur Verfügung gestellt und in das Gewaltpräventionskonzept eingearbeitet. Die Erarbeitung des Konzepts wird eineinhalb bis zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Arbeitskreis "Gestaltung"
In einem eingerichteten Arbeitskreis "Gestaltung" werden in Zusammenarbeit mit dem Büro "barrio novo" aus Gelsenkirchen – das Stadtplanungsbüro ist auf Gewalt- und Kriminalitätsprävention spezialisiert – städtebauliche Maßnahmen zur Gewaltprävention im Bahnhofsumfeld in Bad Godesberg erarbeitet.

Einige Beispiele:

  • Umgestaltung des Hochbeets an der Rüngsdorfer Straße
     
  • Bessere Ausleuchtung der Haltestelle an der Rüngsdorfer Straße
     
  • Grünschnitt und bessere Ausleuchtung des DB-Parkplatz an der Straße Von-Groote-Platz
     
  • Hellere Gestaltung und bessere Beleuchtung der Straßenunterführung Rheinallee
     
  • Grünschnitt im Bereich des Bahndamms
     
  • Umbau der Haltestelle am Bahndamm
     
  • Umgestaltung und Neuordnung des Parkplatzes an der Bahnstrecke (ehem. Endhaltestelle)
     
  • Neugestaltung des Parkplatzes an der Sparkasse

Die Maßnahmen werden jetzt von Seiten der Verwaltung ausgewertet und die Umsetzung im Arbeitskreis besprochen. Inzwischen haben sowohl die Stadt als auch die Sparkasse Köln-Bonn verschiedene Grünrückschnitte im Umfeld der ehemaligen Endhaltestelle Rheinallee umgesetzt. Im Frühjahr ist auch ein gemeinschaftlicher Aktionstag geplant. An diesem Tag, der als Auftakt eines Dialogs mit den Bürgerinnen und Bürgern dienen soll, um über weitere, mittelfristige Maßnahmen zur Umgestaltung des öffentlichen Raums zu diskutieren, sollen Jugendliche die Wandfläche an der Beethovenallee gestalten.

 

 

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