Erstellt am:
19.7.2006

Der aktuelle Ausflugstipp: Grandiose Aussicht vom Turm der Godesburg

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Info-Tafeln an der Turmspitze erleichtern die Orientierung – Neues Info-Zentrum im Bergfried

Gerade an klaren Sommertagen ist der gerade restaurierte Bergfried der Godesburg hoch über der Innenstadt von Bad Godesberg ein beliebtes Ausflugsziel. Auf der Aussichtsplattform, 122 Meter über dem Rheintal, genießt man eine imposantes Panorama. Damit die mehr oder weniger ortskundigen Besucher des Burgwächters auch ganz sicher gehen können, welche Sehenswürdigkeit oder Landmarke sie jeweils erblicken, ließ die Stadt Bonn jetzt in allen vier Himmelsrichtungen Orientierungstafeln anbringen. Am Mauerwerk des Turmes prangen nun die vom Presseamt der Stadt Bonn entworfenen Plaketten, die etwa auf den Posttower und den neuen UN-Campus Langer Eugen, die ehemaligen Steinbrüche in Oberkassel, die Weinberge in Oberdollendorf, das Siebengebirge mit allen seinen sieben Anhöhen, den Rodderberg oder die Redoute mit den dortigen früheren kurfürstlichen Gästehäuser hinweisen.

Das Wahrzeichen Bad Godesbergs erfreut sich seit der Rheinromantik im 19. Jahrhundert stetiger Beliebtheit. Der weite Blick über Siebengebirge, Bonn und das Rheintal bis nach Köln ist einmalig.
Die neuen Orientierungsplaketten erleichtern nun das Zurechtfinden. Der Bergfried ist zwischen Mai und Ende Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
In den Wintermonaten kann man den Turm ebenfalls besteigen, allerdings nur nach Vereinbarung mit der Pächterin der Godesburg.

Derzeit ist die rund 60.000 Euro teure Innensanierung des Bergfrieds abgeschlossen. Die Sanierung der Außenmauer wird 2007/2008 in Angriff genommen. Bis dahin sichert seit Ende 2004 eine transparente, netzartige Struktur die Mauer. Sie soll verhindern, dass sich gelegentlich lösende Mörtelbrocken aus dem alten Gemäuer herab stürzen.

Neues Innenleben für den alten Burgwächter
Der Bergfried beherbergt seit seiner Sanierung ein kleines Info-Zentrum mit einigen Schautafeln über die wechselvolle Geschichte der fast 800jährigen Burg. Mit der Anfang Juni abgeschlossenen Sanierung erhielt der Bergfried insgesamt ein neues Innenleben. So ließ das Städtische Gebäudemanagement (SGB) etwa die Holztreppe durch Stahlstufen ersetzen, der Estrich in der ersten und zweiten Ebene wurde erneuert, die komplette Elektroinstallation und die Beleuchtung wurden saniert, ein Thekenbereich eingerichtet und schließlich der gesamte Turm von Grund auf gereinigt. Zur Finanzierung dieser Sanierung in Höhe von rund 60.000 Euro hat das zuständige Liegenschaftsamt der Stadt Bonn Fördergelder beim Land NRW beantragt.
 

 


Umgestaltung der Godesburg – Heiraten in stilvollem Ambiente
Bis Mitte 2003 hatte die Stadt Bonn die Godesburg bereits für zirka 2,7 Millionen Euro - darin enthalten sind rund 400.000 Euro aus Stadterneuerungsmitteln des Landes NRW - umgestalten lassen. Bei dieser Grundrenovierung wurden lediglich die notwendigen Maßnahmen für eine funktionierende Gastronomie erledigt. Insbesondere wurde dabei die Technik erneuert. Seitdem können sich auch Brautpaare auf der Godesburg das Ja-Wort geben. Wer will, kann nach der staatlichen, noch die kirchliche Zeremonie in der barocken Michaelskapelle folgen lassen und dann stilecht im „Rittersaal“ seine Hochzeit feiern.

Lieblingsplatz der Kölner Erzbischöfe wurde durchs „heimlich Gemach“ erobert
Am 15. Oktober 1210 legte der Kölner Erzbischof Dietrich I. den Grundstein der Godesburg. 250 Jahre lang war sie einer der Lieblingsplätze der Kölner Erzbischöfe. Ihr Ende wurde mit dem Ausbruch des „Truchsessischen Kriegs“ besiegelt, am 17. Dezember 1583 wurde sie erobert und teilweise zerstört. Erzbischof Gebhard Truchsess von Waldburg war zum Protestantismus übergetreten und hatte sich mit seinen Truppen in der Burg verschanzt. Der Pabst belegte Gebhard mit einem Bann und ernannte Herzog Ernst von Bayern zum neuen Erzbischof. Schließlich wurde die Burg mit einer 1500 Pfund-Mine in die Luft gesprengt. Der Überlieferung nach sollen die bayerischen Söldner durch einen an der Außenmauer gelegenen Abort – „heimlich Gemach“ – ins Burginnere eingedrungen sein.

1896 wurde eine erste Burggaststätte in der Ruine eingerichtet und bewirtschaftet. 1959 wurde die Burgruine nach den Plänen des Kölner Architekten Gottfried Böhm restauriert, befestigt und ein neues Burgrestaurant eingebaut.

Foto:W.Voigt

 
 

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