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 Bad Godesberg zu Fuß entdecken........
Rundgang Teil 4: von der Rheinaue über Friesdorf, Schweinheim, Marienforst,
Heiderhof, Lannesdorf, nach, Mehlem.


Nach dem Rundgang durch die Rheinaue und einer Einkehr im
Restaurant "Rheinaue" gehen wir

 


 

mit dem Blick auf den Rosengarten und die Bundesministerien
in Richtung Kennedyallee.

Hier gelangen wir nun in die ehemalige Amerikanische Siedlung (Wohnungen der ehemaligen Amerikanischen Botschaft). In der früheren Plittersdorfer Aue nördlich des Ortskerns von Plittersdorf wurde 1951 auf rund 43 Hektar diese Wohnsiedlung mit 458 Wohneinheiten sowie  Geschäften, Kino, Hallenschwimmbad ,  Schule, Sportplatz und Werkstätten errichtet. Im Volksmund wurde diese Siedlung auch "Klein-Amerika" genannt.

 

 

 


 


Die im amerikanischen Kolonialstil erbaute, am 18.7.1952 eingeweihte "Stimson Memoriel Chapel" wurde von  US-Präsident Bill Clinton am 20.6.1999 bei seinem Deutschlandbesuch der Stadt Bonn geschenkt.


Vorbei an den neuen Bauten an der Kennedyallee  kommen wir zum Kennedydenkmal.

 

Wenn wir uns dann umdrehen steht das Hochkreuz vor uns.

Das Hochkreuz früher,

 


heute umbraust vom Verkehr der Bundesstrasse 9.
Dahinter die U-Bahnhaltestelle Hochkreuz/Deutsches Museum.

 

 

Über 600 Jahre stand das  Hochkreuz (wie oben auf der alten Ansicht) an der Landstrasse zwischen Bonn und Godesberg. Die Zeit hinterließ ihre Spuren an dem Denkmal aus dem 14. Jahrhundert. Die erste Renovierung erfolgte 1855/56. Die Verbreiterung der Straßen erforderte 1957 eine Versetzung um 50 m Richtung Süden.

Zur Sicherung wurde das alte Original 1979 erneut abgebaut, restauriert und dann im Skulpturenhof des Rhein. Landesmuseums in Bonn aufgestellt. An der heutigen U-Bahn-Haltestelle steht jetzt eine maßstabsgetreue Kopie des Denkmals.

Vom Hochkreuz gehen  wir westwärts über die Hochkreuzallee nach Friesdorf.  

 

Der Klufterhof in Friesdorf.

Bereits in der karolingischen Zeit befand sich an dieser Stelle ein Weingut, das am Ende des 9. Jahrhunderts an das Stift Gandersheim kam.
Im Truchsessischen Krieg Ende des 16. Jahrhunderts (siehe Folge: Godesburg) brannte der alte Klufterhof ab. Er wurde Anfang des 17. Jahrhunderts durch die Abtei Heisterbach wieder aufgebaut.










Ein Blick über das Eingangstor  zeigt uns dass der Klufterhof tiefer als das heutige Straßenniveau  im Gummegraben liegt.
Die Gumme ist ein verlandeter prähistorischer Rheinarm der sich von Lannesdorf, an der Godesburg vorbei, durch Friesdorf, um die Innenstadt von Bonn herum  bis nach Brühl verfolgen läßt.

Am Ende der Annaberger Strasse gelangen wir zu dem aus dem 12. Jahrhundert stammenden "Turmhaus", eines der ältesten erhaltenen Wohnhäuser des Rheinlandes, ein mächtiger viereckiger Bau. Fundament und Sockel sind aus Basalt, ansonsten Bruchstein.
Hier hatten die Ritter von Friesdorf bis zum 14. Jahrhundert ihren Sitz. Ab 1387 wurde die Abtei in Siegburg Eigentümer.

Ab dem 17. Jahrhundert war dem Lehnsherrn Sitz und Stimme im damaligen Landtag verbürgt. Im 19. Jahrhundert war das Haus in einen so schlechten Zustand geraten, dass dem damaligen Eigentümer Freiherr von Boeselager ein Abriss angeraten wurde. Zum Glück wurde es instandgesetzt. Bis 1888 stand neben dem Turmhaus die alte Dorfkirche mit einem Turm aus dem 12. Jahrhundert.

 Bei einen schweren Angriff am 21.12.1944 wurde das Turmhaus durch Fliegerbomben stark beschädigt. Beim Wiederaufbau wurde die Dachform geändert.

 


Wenige Schritte vom Turmhaus entfernt liegt die Villa Simons in einem Park mit altem Baumbestand. Der Bankier Louis Ferdinand Köhler, der letzte Geldgeber für die "Friesdorfer Alaunhütte" hatte sich hier seine Ludwigslust ausbauen lassen. Er bewohnte dieses Haus bis zu seinem Tode 1858.

Auf der Mauerseite zur Annaberger Strasse befindet sich der Pavillon des Hauses und hat ein schön gewalmtes Dach. Die Nachfahren von Köhler bewohnen noch heute das Haus.

Auf der anderen Seite befindet sich das Fachwerkhaus
"Im Bachele 3" neben dem Leyenhof (Bio-Landwirtschaft).
Es war bis 1891 Wohnsitz des Friesdorfer Pastors und wird schon 1557 erwähnt und wird 2010 renoviert.


Der Leyenhof.

 

 

Von Friesdorf aus steigen wir nun durch das Annabergertal hinauf zum Kottenforst, einem ausgedehnten Waldgebiet und kommen später am Waldkrankenhaus vorbei

 

 

und gelangen dann zum Ortsteil Schweinheim.

Auf halber Höhe hinter der Godesburg liegt der Ortsteil Schweinheim, bis in die Neuzeit ein kleines Weinbauerndorf. Es war kirchlich und wirtschaftlich immer mit Godesberg verbunden.

Die Kriegswirren des 17. Jahrhunderts suchten auch die Gegend um Godesberg heim. Furchtbare Pestepidemien forderten große Opfer. In Schweinheim stand nun eine kleine Kapelle, die dem hl. Sebastian, dem Schutzheiligen gegen die Pest, geweiht war.

  Sie trug die Inschrift: " Bis hier ging die Pest und nicht weiter".
Als 1914 die neue Kapelle gebaut wurde, ergänzte man die Inschrift mit der  Jahreszahl 1666. Von hier aus gingen bis zu den Kriegszeiten unter Napoleon I. jährlich  Pilgerprozessionen zum Kloster Marienforst.
Im Jahre 2005 stifteten die Schweinheimer Bürger diese
Skulpturen. Sie sollen die an die frühere Landwirtschaft in diesem Ortsteil erinnern.

Wir gehen den Pilgerweg nach, kommen durch moderne Wohngebiete und den Stadtwald (Kottenforst) hinunter zum früheren Kloster Marienforst. Etwa eine halbe Stunde oberhalb der Stadtmitte am Godesbergerbach gelegen, wo dessen Tal sich weitet.


 


Das frühere Kloster Marienforst, 1228 erstmals urkundlich erwähnt, wurde nach 600 Jahren als Folge der Säkularisation  1802 aufgehoben.
Auf der früheren Orgel der Klosterkirche soll einst auch Ludwig van Beethoven gespielt haben.


 


Das Kloster kam in Privatbesitz und ist seit dem ein landwirtschaftlicher Gutshof, der die bis an die Stadtgrenze reichenden Felder bewirtschaftet.

 

Am Gut Marienforst überqueren wir den Godesberger Bach (früher die Antriebskraft für die Wattendorfer- und die Brungsmühle) und  gelangen  über Felder und Waldgebiete zum Heiderhof, einer begehrten Wohnlage in Bad Godesberg.

Auf dem Weg zum höher gelegenen Heiderhof gibt es immer schöne Ausblicke auf Bad Godesberg

Der jüngste Stadtteil von Bad Godesberg entstand ab 1964 auf der Hochfläche des Lyngsberges. Den Namen hat das Bauvorhaben des Bundes von einem alten Hof aus dem 17. Jahrhundert, der als "Hof auf der Abtsheydte" später Heiderhof genannt wurde.

 

 

Foto: Plan der Stadt Bonn

 

Die bei der Neubebauung mit Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern noch vorhandenen landwirtschaftlich genutzten Hofgebäude waren um 1900 errichtet worden.
Das Viertel "Oberer Lyngsberg" entstand auf ehemaligem Abbaugelände von Quarzit und Ton. An den früheren Tagebau erinnern noch einige Teiche mit interessanten Terrassenhäusern.

Vom Heiderhof gehen wir nun hinunter nach Muffendorf und kommen am Hotel-Restaurant Cäcilienhöhe vorbei und haben von der Terrasse eine schönen Ausblick auf das Siebengebirge.


Muffendorf,  früher Weindorf, heute begehrte Wohngegend mit rustikalem Einschlag. Muffendorf wurde 888 erstmals urkundlich erwähnt, aber schon zur Römerzeit besiedelt, liegt unten am Nordosthang des Lyngsberges. Das Dorf zeichnet sich durch zahlreiche Fachwerkbauten des 17. bis 19. Jahrhunderts aus.


 
Frühere landwirtschaftliche Anwesen, je nach Größe als drei- oder vierflügelige Höfe angelegt, gelten als "fränkische" Gehöfte.

Rechts oben sehen sie den "Siegburger Hof ", eine gut restaurierte Vierflügelanlage aus dem 17. Jahrhundert mit einem schönen Innenhof.
Der Besitzer erinnert mit seinem Weinberg an die früheren Weinberge des Ortes die alle durch Reblausbefall aufgegeben wurden und im Laufe der Zeit mit Wohnhäusern bebaut wurden.

Auf einer kleinen Anhöhe steht die ehemalige Pfarrkirche St. Martin, die 913 erstmals erwähnt wurde, aber noch älter sein dürfte. Die derzeitigen Bauten wurden im 12. Jahrhundert errichtet. In das 17. Jahrhundert fallen die barocke Umgestaltung der Kirche.

Nach mehreren Renovierungen zeigt die Kirche wieder den ursprünglichen romanischen Zustand.

Um die Kirche ist der Friedhof mit bedeutenden Grabsteinen des 17. und 18. Jahrhunderts.

Etwas unterhalb der alten steht die neue, 1894/95 erbaute neugotische Pfarrkirche St. Martin.

Weiter unterhalb der Pfarrkirche liegt die Kommende.
Das Gelände gehörte der Benediktinerabtei Siegburg, die es an den Deutschen Ritterorden 1254 als Lehen übertrug. Nach Zeiten des Niederganges gab es für die Muffendorfer Kommende im 18. Jahrhundert noch einmal einen Aufschwung. Dieser führte um 1725 zum Neubau der gesamten Anlage. Nach der Säkularisierung gelangte die Kommende in Privatbesitz.

Im 19. Jahrhundert wurde sie zunächst zu einem Neo-Renaissance Schlößchen, gegen Ende  des Jahrhunderts dann barock umgestaltet. Seit 1952 war die Kommende im Besitz des Königsreiches Belgien und diente dem Botschafter bis zum Umzug nach Berlin als Residenz. Inzwischen wurde die Kommende zu Luxuswohnungen umgestaltet..

Die Wohnungen in der Hanglage des Lyngsberges bieten einen schönen Ausblick auf das gesamte Siebengebirge.
 

Wir verlassen nun Muffendorf und gehen südlich nach Lannesdorf

Am Fuß des Lyngsberges zwischen Lannesdorf und Muffendorf wurden 1986 einige merowingisch-fränkische Gräber mit wertvollen Beigaben ausgegraben.

 

Lannesdorf verdankt seine erste Erwähnung als Ort "Landulphesthorp" einem Bericht über einen Normannensturm im Jahr 892.

Lannesdorf hat noch schöne Fachwerkhäuser und war lange Zeit von der Steinbruchindustrie geprägt. Am Lyngsberg konnte Basalt abgebaut werden, auf der Höhe Quarzit und Ton.  Diese Materialien wurden früher mit einer Pferdebahn zum Rhein zur Verschiffung gebracht oder im Ort zu feuerfestem Material weiterverarbeitet.
 

Lannesdorf galt wegen der vielen Holwege vom Lyngsberg hinab immer als weitläufiger Ort. Die Einwohner lebten von Landwirtschaft und Weinbau. Im 19. Jahrhundert erlangten Industrie und Bergbau große Bedeutung und der Ort, welcher kirchlich und schulisch lange zu Mehlem gehörte, wuchs sehr schnell.

Unser Weg führt und nun zur Herman-Löns-Strasse, wo wir auf das "Pümpchen" stoßen. Es ist aber keine Pumpe, sondern das Brauchwasser kommt aus einer Quelle am Hang zum Heiderhof.
Um das Pümpchen hatte sich schon sehr früh eine Ansammlung von Häusern gebildet.

Die jetzige Form erhielt das Pümpchen im Jahre 1977.

 

Am Ende der Lyngsbergstrasse gelangen zur Pfarrkirche Herz-Jesu.
Diese Kirche wurde 1977 anstelle der 1880 fertig gestellten Kirche errichtet. Bedingt durch die Bodenbeschaffenheit hatten sich in der alten Kirche schwere Bauschäden ergeben. Den Altar der Kirche überragt eine neuromanische Kreuzigungsgruppe von 1893, welche für das Bonner Münster geschaffen wurde.
Bei einer "Verschönerung" des Münsters konnte das Kunstwerk von der Pfarrgemeinde preiswert erworben werden und in der Lannesdorfer Pfarrkirche aufgestellt werden.
Von Herz Jesu aus gehen wir nun das verwinkelte Netz der Gassen und Sträßchen an vielen schönen Fachwerkhäusern vorbei. An einigen Stellen ist noch der Verlauf der Grubenbahnen zu erkennen, obwohl in den letzten Jahrzehnten die Trasse fast überall überbaut wurde. Von den drei Bergbau-Kleinbahnen führte die längste bis zum Rhein, wo die "Vygens Bahn" am Mehlemer Rheinufer an der "Vygens Werft" in Höhe des  jetzigen Weinhäuschens endete.

 

Wir gehen nun nochmals weiter südlich nach Mehlem.
Mehlem wird bereits in der frühen Frankenzeit als der südlichste Ort des karolingischen Bonngaus genannt. In der Kurkölnischen Zeit bildete es zusammen mit Godesberg das Amt Godesberg und Mehlen mit dem Verwaltungssitz auf der Godesburg. In der "Franzosenzeit" 1794 bis 1814 bildeten einige Dörfer des ehemaligen Amtes die "Marie Godesberg" Mehlem gehörte dazu. 1935 wurde Mehlem nach Bad Godesberg eingemeindet.

Die Ortsmitte von Mehlem im früheren Unterdorf wird von der Kirche St. Severin markiert, einem eigenwilligen 1861 - 1863 errichteten Bauwerk. Der mächtige Turm stammt noch von einem Vorgängerbau aus dem Jahre 1635. Diese Kirche brannte 1860 völlig ab, nur der Turm konnte in den Neubau einbezogen werden. In jüngster Zeit wurde die Kirche mehrfach umgebaut und renoviert.

 

 

Dieses Gedenkkreuz wurde für Johann. Joseph Dominicus  Bodenstaff errichtet. Er war Gutsbesitzer in Mehlen und Wohltäter der katholischen Pfarrkirche.  Am 15. März 1742 in Köln geboren und am 4. November in Mehlem gestorben. Sein Sohn Johann Andreas Bodenstaff schenkte um 1830  Land für den neuen Friedhof, damals noch außerhalb des Dorfes gelegen.

Die sich an der Kirche treffenden Strassen wurden bereits in der Römerzeit angelegt. Die Römer haben vermutlich an dieser Stelle einen Weihestein oder ein Tempelchen errichtet. An solchen Orten wurden bei Einführung des Christentums Kirchen oder Kapellen errichtet.

Gegenüber der Kirche finden wir in der Mainzer Strasse /Ecke Kollgasse
ein Haus  dem Jahre 1721.In diesem Haus wohnte Johannes Koll. Er war Mitglied im Mehlemer Gemeinderat und wurde nach dem Einmarsch der Franzosen im Oktober 1794 von der Militärverwaltung als Gerichtsagent eingesetzt.

An der Einmündung der Ackerstrasse steht ein Wegekreuz aus dem Jahre 1712 für eine Bonner Familie. Warum sie als Bonner in Mehlem ein Kreuz aufstellten ist nicht bekannt.





 

 

 

 

 

Auf der anderen Straßenseite befand sich früher ein Hotel, die "Villa Friede. In der Villa Friede lebte einige Monate vor Ihrem Tod 1929 eine Schwester des letzten deutschen Kaiser. Die Prinzessin Viktoria von Preußen. Nach einer wechselvollen Geschichte hat der jetzige Besitzer das Haus gut restauriert.


Der mit einem Blumenstrauß geschmückte Jugendstil Giebel am frühren Saal ist beachtenswert.

(Spatzenbrunnen folgt)

 

 
  Wir gehen nun zum Rheinufer.

An der Fährstrasse, eine der wenigen Gassen des alten Mehlem die an den Rhein führten, gelangen wir zur ehemaligen Fähranlegestelle (nach Königswinter). Hier war auch eine Treidelstation zum Wechseln der Pferde. Dort begann der Abschnitt bis Kripp an der Ahrmündung.

Die alte Treidelstation wurde zu einer beliebten Gaststätte am Rhein. Über die Jahrhunderte wechselte das Haus oft seinen Namen. Der heutige Name könnte an die Zeit erinnern, in der Mehlem ein  wohlhabender Weinort war.

 

Auf der anderen Seite der Fährstrasse steht das stattliche Haus Steineck, eine frühere Sommervilla der Familie Stein aus Köln. Nach verschiedenen Besitzern war es zuletzt als Gästehaus des Königreich Saudi-Arabien.


Ehemals stand an dieser Stelle das Gebäude des Mehlemer Gerichts. Es ist vielleicht der Grundstein der in der Mauer zum Rhein hin sichtbar ist. Es brannte 1583 ab. Der Neubau erfolgte 1590. In der Franzosenzeit wurde das Gericht aufgehoben.

 
Auf dem Gelände vom Weinhäuschen rheinaufwärts ist noch die frühere Verladefläche  der "Vygens Bahn" erkennbar.
Gegenüber zeigt sich Königswinter mit dem Petersberg im Siebengebirge.
Ab 1890 wurden die Rheinwiesen aufgeschüttet um das gewonnene Gelände zu bebauen. Die stattlichen Häuser zwischen dem Ortskern und der Rheinpromenade konnten nun errichtet werden. So kommen wir weiter rheinaufwärts zu einem Neubau im Bauhausstil. Hochwassersicher durch seine Mauern.  

Gegenüber steht dieses klassizistische Haus aus der Zeit um 1830.Ursprünglich stand es auf der anderen Rheinseite in Königswinter. In den 1930er Jahren sollte es einer Erweiterung eines Ferienheimes weichen. Der Einspruch des Landeskonservators rette es. Stein auf Stein wurde es über den Rhein transportiert und hier neu errichtet.
Nach wenigen Schritten rheinaufwärts kommen wir nun zum Drachensteinpark. 1920 wurde dieses Gelände von Dr. Viktor Schnitzler der Gemeinde Mehlem überlassen. Seine Villa an der Mainzer Strasse bildet den Abschluss des Parks. Diese imposante Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts war zunächst Sommerhaus, dann Altersruhesitz. Hinter dem Haus war ein weiteres Parkgelände mit einem Teich und Wirtschaftgebäuden.
Bei einem von Michael Geyer vom Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg durchgeführten Spaziergang am 4. August 2010 wurde auch der Drachensteinpark besucht. Hier mit dem Blick zurück auf den Drachenfels.




 

Im Schützengraben, westlich der Villa Schnitzler ( heute Eigentumswohnungen), sehen wir noch 2 alte Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert.

 

Nun gehen wir zurück zur Ortsmitte.


Tiefer liegend als die heutige Mainzer Strasse finden wir die
"Alte Schmiede".
1982 renoviert, beherbergt das Gebäude nun ein Restaurant.


Bis  1817 lief der Mehlemer Bach offen über die Hauptstrasse an der "Alten Schmiede" (Bild: Friedrich Böcker, 1908) vorbei Richtung Rhein. Die Preußen sorgen für eine Brücke und befestigten die Strasse. Im 19. Jahrhundert musste der Bach nun wegen erheblich gestiegener Bevölkerung alle Abwässer aufnehmen. 1904 wurde der Bach bis zur Mündung kanalisiert und das alte Bachbett zugeschüttet.

Nach einem Unwetter am Oberlauf des Mehlemer Baches am 3.7.2010 wurde Mehlem durch die Wassermassen  überschwemmt.  Viele Geschäfte und Keller wurden überschwemmt. Der Sachschaden ist enorm. In der Bildmitte erkennt man die Wassermassen die nicht mehr in den Bachkanal passen, die Mainzer Strasse überspülen und sich in die umliegenden Strassen und Häuser ergießen. Das Wasser suchte sich seinen früheren Weg durch Häuser und Gärten in Richtung Rhein.


 Foto: Feuerwehr Bonn


Oben Anblick am Samstag 3.7.

Die Kräfte des Wassers waren so groß, das es am Ende seines Kanals zu einer Unterspülung und Abbruch der Uferbefestigung führte.
Die Rheinpromenade wurde zerstört.


Unten die am 5.7.2010 normale Wasserführung des Mehlemer Baches.

 

Am 5. August 1931 wurde Mehlem schon einmal von einer schwereren Unwetterkatastrophe heimgesucht.  Über 100 Personen wurden damals obdachlos. Auch  wurde der Mündungsbereich total zerstört. Auch aus früheren Jahrhunderten wird von Überschwemmungen durch den Bach berichtet.

Bilder von 1931, mehr>>

Nun gehen wir unter der Eisenbahn und Bundestrasse 9 entlang des Mehlemer Baches Richtung Oberdorf.
Am westlichen Ende haben die Anwohner der Strasse diese Figur des Brückenheiligen Johannes Nepomuk als Mahnung gegen Folter und Gewalt aufgestellt.  

Gegenüber ist das  Gelände des früheren Domhofs.

Dieser Domhof gehörte zusammen mit der Wassermühle  in der Zeit  von 1605 bis 1811 dem Kölner Domkapitels. Er ist der einzige der historischen Gutshöfe von deren Bausubstanz einiges erhalten geblieben ist.  

 

Von 1957 erst Reiterhof, dann Spekulationsobjekt, nun als Wohnstift für betreutes Wohnen und Pflegestift in Betrieb. Der verbliebene Schornstein erinnert an die frühere Ziegelei auf den Gelände des Domhofes.

Wir wenden und südwärts und gehen über die nun enge Domhofstrasse mit ihren kleinen Fachwerkhäusern zur Meckenheimer Strasse.


Dort finden wir vor der alten Schule den St. Severinsbrunnen.
Bis 1953 sprudelte hier eine Sauerwasserquelle. Ab 1998 ein normaler Springbrunnen. Heute  scheint der Brunnen stillgelegt


Wir gehen nun weiter und überqueren die verkehrsreiche Strasse "An der Nesselburg" und kommen zur Oberdorfer Kapelle
.

Die Kapelle wurde 1681 vollendet. Vermutlich hat dort schon viele Jahrhunderte vorher ein Gotteshaus befunden. Bei Ausgrabungen hat man Spuren eines alten Friedhofs gefunden.

Die von den Nachbarn gepflegte Kapelle ist fast immer geöffnet und birgt eine wertvolle Ausstattung. Neben Skulpturen aus dem 14. bis 17. Jahrhundert fällt der barocke Altar mit seiner Pieta auf. Die Kapelle ist den Sieben Schmerzen Mariens geweiht.
Die Kapelle ist eines der wenigen siebeneckigen Gebäude die es gibt.

Der Rentabelaltar wurde von Johannes Lacroix (französischer Soldat) und seiner Frau Elisabeth Kopmann aus Mehlem 1683 gestiftet. In der großen Nische eine Barock Pietá aus dem 17. Jahrhundert.

Darüber in einer Attika das Herz der Mariä von den "Sieben Schmerzen" in Form des Zifferblattes einer Uhr.

Text zur Kapelle: Alois Weißgerber

Links vom Altar die spätgotische "Anna Selbdritt" Anna, Maria und Jesuskind um 1500.

 

Anna selbdritt bezeichnet in der christlichen Kunst eine Darstellung der heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesusknaben. Der Bildtyp gehört zu den Andachtsbildern, die sich im späten Mittelalter und besonders häufig und vielgestaltig in Deutschland herausgebildet haben. Andachtsbilder dienten als Anregung und ausdrückliche Aufforderung des Mitleidens. (Text: Wikipedia)



Reliquienstatue der
heiligen Barbara aus dem
14. Jahrhundert.

Rechts vom Altar befindet sich die Barockplastik des Hl. Matthias mit dem Beil (17. Jahrhundert).
 
 

 

 

Die Kapelle ist Ausgangspunkt der Oberdorfer Kirmes und auch Treffpunkt für die jährliche Wallfahrt der St. Matthias-Bruderschaft zum Grab des Apostels in Trier

 

 

 

Mit einem Blick zur Kapelle gehen wir westwärts Richtung
Bachemer Strasse.

 

 

 

Der rätselhafte Stein mit der kleinen Nische links neben dem heutigen Eingang ist vielleicht
ein Überbleibsel der Vorgänger- kapelle. Oberhalb ist ein griechisches Kreuz, darunter die Buchstaben IMI (Jesus Maria Josef) und ein ägyptisches Kreuz

Vorbei an den Häusern an der Bachemer Strasse kommen wir nun zur ehemaligen Schützenplatz. Eine Rasenfläche mit Brunnen am Ufer des Mehlemer Baches

 




Im Brunnen auf der "Brünnschenswiese" sprudelte früher Mineralwasser. An dieser Stelle wurde  ein Teil des Bachwassers zum Domhof abgeleitet und speiste dort den Mühlenweiher.

Wir gehen nun weiter an den letzten Häusern des Oberdorfes  vorbei und kommen zum "Rude Krützche". Es erinnert an den Mord an dem französischen Hauptmann de Brezé im Jahre 1688.

In der Nähe des Kreuzes war früher die Nesselburg, von der keine Spuren mehr vorhanden sind. Sie war ein adeliges Herrenhaus und stellte im 13. Jahrhundert einen Kölner Kurfürsten. Nach ihm ist im Oberdorf eine Strasse benannt, die von Müllenark Strasse.

 

Hier geht es demnächst weiter zum Rodderberg.

Wir gehen nun vorerst zurück zum Rhein.  
  Am Rhein vor dem Siebengebirge endet der Rundgang durch Bad Godesberg und seine Stadtbezirke.
Quellenverzeichnis, mehr>>
 

Alle Fotos, wenn nichts Anderes angeben  © Walter Voigt

 

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