Erstellt am:31.5.10

800 Jahre Godesburg

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Mit  der Godesburg, der nördlichsten Höhenburg des Rheintales, startet unser  virtueller Rundgang..


Zeichnung des Godesburg - Modells: Heinz Fischer


Stahlstich von Merian 1646 (Die Abbildung wurde in der Höhe reduziert) Original, mehr>>


 

Ansicht der unzerstörten Godesburg auf einen Kirchenfenster im Kloster Ehrenstein bei Neustadt an der Wied, mehr>>

Vergleich Kirchenfenster und heutiger Zustand, mehr>>

Kurzfassung für eilige Leser,
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Die Godesburg befindet sich auf der Kuppe des 121 m hohen Basaltkegel 60 m oberhalb des Rheintales

 

Schon in der Steinzeit war die Kuppe des Berges vermutlich Fluchtburg. Im letzten Jahrhundert v. Chr. mischten sich vermutlich die Germanen unter die Kelten. 


Ende des 16. Jahrhunderts fand man einen in die Godesburg eingemauerten römischen Altarstein. Dieser wurde durch einen römischen Offizier gestiftet, der gegen Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr. Kommandeur der Bonner Legion war.

Dieser Legionskommandeur Q. Venidius Rufus, der so sehr auf das heilsame Godesberger Wasser schwor, dass er dem göttlichen Paar Aesculap und Hygieia - die Dame gab übrigens der Hygiene ihren Namen -in der Nähe der Quelle diesen Weihestein errichten ließ, der dann im Mittelalter beim Bau der Godesburg Verwendung fand.

Das Original befindet sich im Landesmuseum. Diese Nachbildung aus des Jahre 1981 wurde gestiftet vom Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V. auf Anregung von Dr. Walter Haentjes
 

Bereits im 8. und 9. Jahrhundert bestattete die fränkische Bevölkerung ihre Toten auf der Kuppe des Berges. Beim Umbau der Burg 1959-1961 wurden dort fränkische  Begräbnisstätten gefunden.

 

Im 13. Jahrhundert erkannte der Kölner Kurfürst  den strategischen Wert des Godesbergs vor dem Hintergrunde des Thronstreits zwischen den Herrscherfamilien der Staufer und der Welfen und er begann im Jahre 1210, zur Sicherung der Südgrenze des Erzstifts die Godesburg, das heutige Wahrzeichen der Stadt errichten.
 


Römische Mauerreste unter dem Burgturm





Übersichtsmodell der Godesburg
Braun und Grau = gefundene Fundamente
Blau= fränkisches Gräberfeld
Rot= Fundament eines römischen Wachturms (Limes ?)

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Der Baubeginn der Godesburg war am 15.10.1210 durch den Erzbischof Dietrich I. von Hengebach. (1208-1212) erfolgt.
 
(Zahlen in den Klammern = Zeit als Erzbischof)


Der Originalgedenkstein befindet sich im Rheinischen Landesmuseum in Bonn.
Text des hier abgebildeten Gedenksteins:

"Im Jahre des Herren 1210 ist Godesberg begründet worden von Bischof Dietrich am Tage der Märtyrer"

Die Platte ist 2cm dick und hat das Format 24x15cm. Sie ist wohl als Gedenktafel der Gründung zu bezeichnen. Da sie fast keine Verwitterungsspuren zeigt, wird sie nicht an einer Außenwand befestigt gewesen sein.


Zum 800. Burgjubiläum wurde im Haus an der Redoute bis zum 2.1.2011 eine Ausstellung durchgeführt. Neben den Exponaten von privaten Leihgebern wurden viele Bilder aus dem Stadtarchiv und der Stadthistorischen Bibliothek Bonn gezeigt.
Federführend war Dr. Norbert Schloßmacher.

Neben dem Gedenkstein wurden Bilder aus verschiedenen Epochen gezeigt.

 

 

Das Bild der Zerstörung stammt von einem unbekannten Maler und ist wohl  in Süddeutschland entstanden. Das Wappen und die Initialen deuten auf einen Teilnehmer am Feldzug hin. Es handelt sich um einen Ritter Schrenk von Nötzing. Nach der Überlieferung legte er angesichts des nahen Todes, vermutlich nach einer schweren Verletzung bei der Erstürmung, das Gelübde ab, nach seiner Genesung ins Benediktinerkloster Tegernsee einzutreten und das Geschehen malen zu lassen.

Textauszug: Ausstellungskatalog Dr. Norbert  Schloßmacher

Toni Wolter (1875-1929) malte den Sonnenaufgang hinter dem Siebengebirge und Paul Magar (1909-2000) reduzierte die Burg und die Stadt in Kreisen, Rechtecken und Dreiecken.



Caspar Johann Nepomuk Scheuren (1810-1887) malte 1840 diese Bild
mit dem Hochkreuz im Vordergrund und dem Siebengebirge mit  Godesburg (Stadtmuseum Bonn)


Nun zurück zur Geschichte der Godesburg.

 


Zeichnung des Turminneren: Heinz Fischer


Eine Turmhaube, die eine kleine Wachstube beherbergte,
gab dem Bergfried eine Höhe von 40 Metern.

Die anfängliche Burg wird sehr einfach gewesen sein, denn zwei Jahre nach Baubeginn wurde der Erzbischof Dietrich durch den Papst abgesetzt.

Sein Nachfolger im Amt, Engelbert I. von Berg (1216-1225) baute den Burgring mit den innen liegenden Gebäuden fertig, jedoch ohne Turm.

Nachfolger Heinrich I. von Müllenark (1225- 1238), hatte vermutlich kein Interesse am Weiterbau.

Die ersten fünf Geschosse des Bergfrieds  entstanden erst 1244 unter Erzbischof Konrad von Hochstaden (1238-1261). In dieser Zeit wurden auch die Städte Bonn und Ahrweiler mit Mauern und Türmen versehen. 1248 wurde mit dem Dombau in Köln begonnen.

In der Regierungszeit von Erzbischof Siegfried von Westerburg (1275-1297) erlebte die Burg eine fünfwöchige erfolglose Belagerung durch die Truppen des Grafen von Berg.

Erzbischof Heinrich von Virneburg (1304-1332) veranlasste weitere Baumaßnahmen.


Erzbischof Walram von Jülich (1332-1349) vergrößerte 1340 die Befestigungsanlage mit einen Zwinger.

Vermutlich Friedrich von Saarwerden (1370-1414) erhöhte den Turm auf 32 m.
In Köln wurde 1530 vermutlich wegen Geldmangel der Bau des Kölner Domes gestoppt.
Die Godesburg wird in den Jahrhunderten bis zur Zerstörung 1583 bevorzugter Sitz der landesherrlichen Verwaltung und
Kurkölnisches Amt Godesberg, mehr>>

Die mittelalterlichen Fürsten hatten keine zentrale Residenz sondern reisten innerhalb ihres Gebietes, je nach politischer Gegebenheit, von einer Burg zur nächsten.

Die Godesburg war nicht nur Festung und Gefängnis.
In den 3 m dicken Mauern des Turmes wurde zeitweise das Archiv des Erzbistums untergebracht. Sie war bei Anwesenheit des jeweiligen Landesherren der repräsentative Mittelpunkt von Kurköln.

 

Legende der Burgübersicht:
Diese Übersicht über die Burganlage wurde bei den Umbaumaßnahmen in den Jahren 1959 - 1961 in den Beton des heutigen Godesburg-Restaurant gegossen. (Dort befindet sich auch die obige Übersicht mit den Ausgrabungen)

Links das Gelände der Vorburg.
Beginnend unten mit dem Zugang und dem Stumpfen Turm, dann folgt links das Kapitelhaus. Oben ist dann die Michaels Kapelle  und die Eremitage.

Über einen steilen Aufstieg gelangte man in den Zwinger der Burg. Von dort aus ging es durch den Torbau in den Innenhof der Burg. In der Mitte befindet sich der Bergfried. Beginnend mit dem Torbau waren dann im Uhrzeigersinn der Palas, (mit den Ausmaßen vom 9 x 28 Metern eine repräsentative Halle) die Sylvesterkapelle, der Kammerbau und die verschiedenen Wirtschaftsgebäude. In der rechten unteren Ecke (mit gelber Farbe markiert) sind die bei der Burgsprengung zerstörten Teile der Godesburg.

 


Am 24.4.2010 wurde ein Bronzemodell, geschaffen von Friedemann Sander, gestiftet von Mitgliedern des Vereins für Heimatpflege und Geschichte Bad Godesberg e.V., feierlich auf der Godesburg der Öffentlichkeit übergeben.

Weitere Bilder des Bronzemodells und Stifterliste, mehr>

 


Modell der Godesburg vor der Zerstörung (Südostseite) Es steht im Winter auf dem Nikolausmarkt in Bad Godesberg)
(Gebäude im unzerstörten Zustand um 1500. Wurde als Dekorationsstück für die am 29.8.1969 erfolgte Eröffnung der
Godesberger Niederlassung des Kaufhauses Hertie erstellt)


Warum wurde nun die Godesburg zerstört?

 

Gebhard von Waldburg-Trauchburg, Truchsess von Waldburg, (* 10. November 1547 in Heiligenberg; † 31. Mai 1601 in Straßburg) war Kurfürst und Erzbischof von Köln (1577-1583). Er war ein Mitglied des schwäbischen Adelsgeschlechtes Haus Waldburg. Text aus Wikipedia

 Er wurde am 5. Dezember 1577 in Köln mit 12/10 Stimmen gegen Ernst von Bayern zum Erzbischof gewählt. Die päpstliche Bestätigung seiner Wahl erhielt er am 29. März 1580. Am 19. Dezember 1582 sagte sich Gebhard öffentlich von der katholischen Kirche los und verkündigte die Glaubensfreiheit. Mit der protestantischen Agnes von Mansfeld, Stiftsdame im Stift Gerresheim, unterhielt Gebhard seit ca. 1579 ein Liebesverhältnis und heiratete sie am 2. Februar 1583 in Bonn.
Daraufhin wurde er am 1. April 1583 von Papst Gregor XIII. exkommuniziert. Das Domkapitel wählte am 23. Mai 1583 den Jesuitenzögling Ernst von Bayern zum Gegen-Erzbischof von Köln und sicherte dadurch bayerisch-spanische Truppenunterstützung sowie die katholische Mehrheit im Kurfürstenkollegium. Gebhard mobilisierte seine Truppen und erhielt kurpfälzische Hilfe durch Pfalzgraf Johann Kasimir.
 


Es kam zum Kölner Krieg (1583-1588), auch truchsessischer Krieg genannt, der für Gebhard ungünstig verlief.
Dieser Krieg zog große Teile des Rheinlandes in Mitleidenschaft. 
Bayerische Truppen belagerten Bonn. Am 18. November 1583 begann die Belagerung der Godesburg in der sich Anhänger Gebhards verschanzt hatten.
Nach erfolgloser Beschießung und Erstürmungsversuchen wurde ein Tunnel unter die Befestigungsanlagen der Burg gegraben.

Am 17.Dezember 1583 wurde dann die  Südostseite der Godesburg mit  1500 Pfund Pulver gesprengt. 

 



 

 

Vermutlich wurde der Kammerbau auf der linken Seite zusammen mit dem Erkerbau der Sylvesterkapelle zerstört. Nach alten Beschreibungen soll es jedoch nur gelungen sein mit Leitern über das geheime Gemach (Plumpsklo links) in die Burg zu gelangen. 400 kölnische, spanische und badensische Söldner unter der Führung von Herzog Ferdinand von Bayern überwältigten im Burghof die holländischen Söldner und die auf die Burg geflüchteten Godesberger. Es überlebten nur wenige.

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Nach dem Fall der Godesburg war der Kampf zugunsten des neuen Erzbischofs Ernst von Bayern entschieden.

Im Rheinland kam es in der Folgezeit zu heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen (Truchsessischer Krieg) zwischen den Anhängern Gebhards und den mit ihm verbündeten kurpfälzischen Truppen auf der einen sowie bayerischen und spanischen Truppen auf der anderen Seite, die formell vom Kölner Domkapitel zu Hilfe gerufen worden waren, nachdem dieses am 23. Mai 1583 Ernst von Bayern zum Erzbischof von Köln und Nachfolger Gebhards gewählt hatte.
Gebhard floh in das kurkölnische Westfalen, nach Werl in das dortige kurfürstliche Schloss.

Gebhard ging dann, durch Wilhelm von Oranien vermittelt, nach Den Haag in den Niederlanden und setzte den Krieg mit niederländischen Truppen fort, die am 23. Dezember 1587 Bonn eroberten und verwüsteten.

Gebhard gab 1589 den Kampf auf, siedelte nach Straßburg über, wurde protestantischer Domdechant am Hof von Herzog Friedrich von Württemberg. Er starb 1601 in Straßburg und wurde im Straßburger Münster beigesetzt.

Köln blieb katholisch und Frau Erzbischof beschloss ihr Leben als verwitwete Frau Domdechant.
Das treukatholische Haus Wittelsbach hat seine Residenz in Bonn  mit beachtlichen Bauten ausgestattet, die Godesburg blieb jedoch Ruine.

Nach der Zerstörung der Godesburg wurde diese nicht nur durch Witterungseinflüsse sondern auch durch die Ereignisse der nächsten 300 Jahre beeinträchtigt. Die Kriege des 17. Jahrhundert (30 Jähriger Krieg 1618-1648)  führten dann zur weiteren Zerstörung der Burg.
Die Bevölkerung benutzte die aufgelassene Burg als billigen Steinbruch.

Von den rechtmäßigen Besitzern der Burgruine, den Kölnern Kurfürsten, kümmerte sich erst  Josef-Clemens (1688-1723) um das Schicksal der Burg. Im Jahr 1699 ließ er die Michaels Kapelle am Rand der Vorburg wieder herrichten (Siehe auch Erklärung Michaels Kapelle).

Es gab zwar Pläne, die nun militärisch wertlose Burg zu einem Barockschloss umzubauen, aber selbst die "Baulöwen" unter den Kölner Kurfürsten konnten kein Geld dafür locker machen.
 

Der letzte Kölner Kurfürst Max-Franz von Österreich
(Maximilian Franz Xaver Joseph Johann Anton de Paula Wenzel von Österreich (* 8. Dezember 1756 in Wien; † 26. Juli 1801 auf Schloss Hetzendorf bei Wien), als österreichischer Erzherzog Maximilian II. Franz, war von 1784 bis 1801 Kurfürst und Erzbischof von Köln und Hochmeister des Deutschen Ordens.)

 
hatte wegen der Mineralquellen ein besonders Interesse auch an der Burg. 1790 entstand während seiner Regierungszeit neben der Anlage des Draitschbrunnen, die Redoute in Godesberg als Vergnügungsgebäude und die danebenliegenden Gästehäuser. In einem optischen Gegensatz zu seiner Bescheidenheit steht die Tatsache, dass er unter extremem Übergewicht litt.
Für die Musikgeschichte hat Max Franz  insofern Bedeutung, als er die Ausbildung Beethovens bei Joseph Haydn ermöglichte.


 

Maximilian Franz von Österreich (links), seine Schwester Marie Antoinette und deren Ehemann König Ludwig XVI. von Frankreich

Im Jahre 1794 begann die Niederlage der Preußen und Östereicher gegen Frankreich. Am 7.10. 1794 besetzten  französische Truppen Godesberg
Die französische Truppen rückten in die linksrheinischen Gebiete des Kurfürstentums Köln ein. Der Kurfürst musste daraufhin über den Rhein fliehen. Da die Franzosen etwas später ebenfalls über den Rhein setzten, war Max Franz gezwungen, immer weiter in das Reich hinein zu fliehen. In der Folgezeit annektierte Frankreich das linke Rheinufer.
Quelle: Wikipedia


Schon am 21. Dezember teilte die Militärregierung das eroberte Land in neue Verwaltungsbezirke. Godesberg gehörte zum "Canton rural de Bonn". Im Januar 1798 wurde dies geändert. Godesberg mit seiner Burg wurde Bestandteil des französischen Rhein-Mosel-Departements mit der Hauptstadt Koblenz und lag damit im "Arrondissement Bonn" als Sitz des Unterpräfekten.


1805 wurde die Ruine als kurfürstlicher Besitz von der französischen Verwaltung zum historischen Denkmal erklärt.
Durch den Beschluss des Wiener Kongresses von 1815 kamen die rheinischen Gebiete des Kurstaates Köln unter preußische Verwaltung.
Im Köln wurde ab 1842 weiter am Kölner Dom gebaut.



Nicolaus Christian Hohe malte 1840 wie sich damals der Blick von der Godesburg darbot.


Die Godesburg um 1845 vor dem Siebengebirge. Ausschnitt einer Lithographie von Carl Schlickum

Am 18. Februar 1844 machte der Fiskus, der 1843 den Besitz an der Ruine beansprucht hatte, die Burg der späteren Kaiserin Augusta von Preußen zum Geschenk. Nach ihrem Tode erbte ihr Enkel Wilhelm II. die Burg. Die Burg wurde mit Vertrag vom 5.3.1892 von Kaiser Wilhelm II. der Gemeinde Godesberg geschenkt. Seit der Eingemeindung Godesbergs 1969 ist die Burg im Besitz der Stadt Bonn.

Die Burghänge waren zumindest in der Neuzeit in kleine Parzellen unterteilt. Die Gemeinde Godesberg erwarb diese Grundstücke 1894 von Adolph Freiherr von Deichmann, um den Berg für den Besucherverkehr umgestalten zu können. 1895/96 wurde dazu eine
Gastwirtschaft im historistischen Stil errichtet, die eine ältere Bretterbude ersetzte.

Es wurde links neben  dem Burgzugang im Bereich des früheren Palas ein Restaurant und rechts ein Wohnhaus für den Pächter eingebaut. Außerdem brachte man überall wo es ging Erker und Türmchen, Zinnen und Fachwerk an.


Bild: Hans Finette


Godesburg um 1892 (Quelle unbekannt)

Godesburg um 1900
Godesburg um 1900 (links im Hintergrund der Burgfriedhof. Die Landarbeiter befinden sich auf dem späteren Teil des Friedhofs)


Auf dieser am 15.9.1904 verschickten Postkarte erkennt man wie man sich auf dem zerstörten vorderen Burgteil bewegen konnte.
 

Unbekannter Besitzer: Text Bad Godesberg - Fliegeraufnahme

In den Jahren 1959 - 1961 wurden die  eingefügten romantischen Einbauten der Burg entfernt.
 

Foto der Godesburg vor dem Umbau. Leihgeberin Irmgard Jathe

Die Godesburg vor dem Umbau im Jahr 1959
 (Leider haben die Dias in den Jahren die Qualität verloren)
 

Nach den Plänen von Prof. G. Böhm wurde in moderner Form ein Hotel und ein Restaurant integriert. 

Die im Turm noch sichtbaren Spuren der Angriffe auf die Burg wurden um 1980 beseitigt


Ausschnitt Kupferstich von Johann Ziegler nach Lorenz Janscha 1792
 


 

Das gleiche Motiv heute (2010) jedoch von der anderen Seite der Burg zeigt die Präzision des Kupferstiches aus dem Jahre1792. Der Treppenturm ist wegen der Perspektive nicht sichtbar.

Eingang zur Innenburg
(Blick  auf die tiefer liegende Michaels Kapelle)

Foto: Stadt Bonn



Der heutige Zugang zum Turm wurde erst im 19. Jahrhundert eingefügt. Durch diesen gelangt man nun in das frühere Verlies der Burg. Der normale Zugang zum Turm war über Leitern in die erste Etage.

 

2003 wurden abermals die Innenräume der Burg und die Gastronomie-Räume umgebaut und erneuert.

Ab 2005 wurde das Turminnere zu einem kleinen
Godesburg - Museum umgebaut.

Im Juli 2006 wurden an der Aussichtsplattform auf der Turmspitze Orientierungstafeln in allen vier Himmelsrichtungen angebracht.

 

 

 

 


 

     Blick vom Turminneren auf den früheren Zugang.

Bergfriedbesichtigung ist vom 1.4. bis zum 31.10 täglich von 10-18 Uhr möglich.

360° Panorama auf der Godesburg mehr>>
 

 

Zur offiziellen Übergabe der neuen Burgbeleuchtung trafen sich am 1.Juni 2010 Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann und die Stadtmarketing-Vorsitzende Brigitte Grüll mit der Pächterin der Godesburg-Gastronomie sowie Vertretern der Stadtwerke Bonn, der Stadt Bonn sowie der Errichterfirma auf dem Dach des Godesburg-Restaurants. Nun kann die Godesburg pünktlich zum 800. Jubiläum in neuem Glanz erstrahlen.

Foto: Alfred Schmelzeisen



Mittelalterliches Burgfest am 12. und 13. Juni 2010
Die 800-jährige Godesburg war Schauplatz einer Zeitreise ins Mittelalter. Auf der Godesburg tauchte der Besucher direkt ein in einen mittelalterlichen Markt mit Handwerkskunst, Garköchen und Tavernenwirten. Da im Mittelalter ein Markttag auch gleichzeitig ein Festtag bedeutete, sorgen Gaukler, Possenreißer und Musiker auf der Bühne und rund um den Turm der Godesburg für Unterhaltung. Natürlich dürfen auch Ritter nicht fehlen.

Text: Blickpunkt, Foto W.Voigt


Bergfried der Godesburg wird ab Juni 2012 saniert
Fertigstellung im Herbst 2013 - Finanzierung durch Stadt, Land und Bund
Den Bergfried der Godesburg lässt die Stadt Bonn ab Juni sanieren. Damit soll der historische Bestand der Tuffziegelfassade unter besonderer Berücksichtigung der Bauteile aus der Entstehungszeit gesichert werden.

Für die Sanierungsmaßnahme stehen im Wirtschaftsplan des städtischen Gebäudemanagements für 2012 und 2013 jeweils 600.000 Euro zur Verfügung. Bund und Land unterstützen die Maßnahme in 2012 und 2013 mit je 350.000 Euro.

Älteste Fassadenteile aus dem 13. Jahrhundert
Die ältesten verbauten Tuffziegel und Mörtel der Fassade sind in ihrer Substanz stark geschädigt. Zunächst wird der gesamte Turm eingerüstet und mit einer Plane abgesichert. Dann werden die ältesten Fassadenbestandteile konservatorisch vorgesichert.
Parallel zu diesen Arbeiten wird untersucht und festgelegt, welche Bereiche der Tuffziegel und bauzeitlichen Mörtel durch weiterführende restauratorische Maßnahmen gesichert und erhalten werden können und welche Teile aufgrund ihrer extremen Schäden entfernt werden müssen.
Völlig geschädigte Tuffziegel und Werksteine werden durch Steinmaterial ersetzt, das der originalen Bausubstanz entspricht. Erhaltenswerte Tuffziegel werden mit unterschiedlichen restauratorischen Techniken wieder hergestellt.

Zementfugen aus früheren Sanierungsmaßnahmen werden entfernt; anschließend wird neu verfugt. An Natursteinen und bauzeitlichen Fugen wird zusätzlich partiell Ausbesserungsmörtel eingebracht. Mauerwerksanker werden zur Fixierung gelöster Mauerschalen eingebaut und die Fassade wird abschließend gereinigt. (Bericht: Stadt Bonn)


Aufnahme des verhüllten Burgturm am 12.2.2014

Der enthüllte Burgturm am 25.2.2014

Der 39 Meter hoher Bergfried ist ab sofort wieder öffentlich zugänglich.

Nachdem die Sanierungsarbeiten abgeschlossen worden sind, haben Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, Bad Godesbergs Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann,  bei einer Feierstunde am 4. April den Bergfried offiziell wiedereröffnet.


 

"Die Godesburg ist über die Jahrhunderte hinweg prägend für den heutigen Stadtbezirk Bad Godesberg gewesen – und ist es auch heute noch", betonte OB Nimptsch. Sie sei als nördlichste Höhenburg am Rhein ein bedeutendes historisches und kulturelles Baudenkmal. "Sie ist Restaurant und Ausflugsziel, Motiv für Maler und Fotografen, Schauplatz von Festen und Feiern, von mittelalterlichem Markttreiben und Burgbällen – aber sie ist auch ein Stück Heimat für die Menschen, die hier wohnen – in ganz Bonn!", sagte der Oberbürgermeister.

Foto: Steinmetzmeister Klaus Schillalis, Restaurator Thomas Lehmkuhl, Bezirksbügermeisterin Annette Schwolen-Flüman, Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, Büttel Molinarius bei der Schlüsselübergabe

Die aufwändigen Sanierungsarbeiten in luftiger Höhe haben insgesamt knapp 18 Monate gedauert. Die ältesten verbauten Tuffziegel des Bergfrieds aus dem 13. Jahrhundert und der Mörtel der Fassade waren stark geschädigt. Für die Arbeiten musste der Turm vollständig eingerüstet und mit einer Plane gesichert werden. Nach und nach stellten Restauratoren erhaltenswerte Tuffziegel wieder her und ersetzten völlig geschädigte Tuffziegel und Werksteine durch Steinmaterial, das der originalen Bausubstanz entspricht. Die Arbeiter entfernten Zementfugen aus früheren Sanierungsmaßnahmen und verfugten neu. An Natursteinen und bauzeitlichen Fugen brachten sie zusätzlich Ausbesserungsmörtel ein, sie bauten zur Fixierung gelöster Mauerschalen Mauerwerksanker ein und reinigten schließlich die gesamte Fassade.

Neu: Bildertafel die Einzelheiten der Sanierung zeigen, übermittelt  von
Restaurator Thomas Lehmkuhl, mehr>>

Ende Februar 2014 konnte der Bergfried wieder enthüllt werden; seither erstrahlt er in neuem Glanz. Insgesamt kostete die Sanierung des Turms 1,2 Millionen Euro. Bund und Land bezuschussten das Projekt mit 700.000 Euro. Der Kostenrahmen wurde eingehalten.
 

Nochmal eine Zusammenfassung über die Godesburg
1210 begann der Bau der Godesburg, der Kölner Erzbischof Dietrich I. von Hengebach legte den Grundstein. Die großzügige Festung war bald einer der bevorzugten Sitze der Kölner Kurfürsten. Zerstört wurde die Godesburg 1583 im Truchsessischen Krieg. Erzbischof Gebhard Truchsess zu Waldenburg war zum protestantischen Glauben übergetreten und vom Papst abgesetzt worden.
Der Nachfolger Ernst von Bayern versuchte sich mit Hilfe von Truppen Zutritt zu seinem neuen Territorium zu verschaffen. 1500 Pfund Pulver ließen von der Burganlage nur Reste und den Bergfried übrig. 1891 schenkte Kaiser Wilhelm II. die Ruine der Gemeinde Godesberg, die 1896 eine Gaststätte im historisierenden Stil einrichtete. 1960 entstand nach den Plänen von Gottfried Böhm ein Hotel (heute Wohnungen) und das heute noch bestehende Restaurant.

 


Mit dem  Aufzug gelangen wir zum Parkplatz unterhalb der Burg,
 von dort aus geht es über die frühere Vorburg zur Michaels Kapelle, weiter

 
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