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   Bad Godesberg zu Fuß entdecken.... 

Bad Godesberg am Rhein als virtueller Rundgang..

Vom 32 Meter hohen Bergfried der Godesburg hat man einen weiten Blick auf Bonn, den grünen Stadtbezirk 
Bad Godesberg, das Rheintal und das Siebengebirge.
Die wechselvolle Geschichte von Bad Godesberg am südlichen Ende der Kölner Bucht zwischen dem 
Siebengebirge und Voreifel hat Spuren hinterlassen.



Virtuell ist schön, ein wirklicher Besuch ist viel schöner! Zum Vergrößern anklicken.
Fotos und Repros: Walter Voigt

.Einst Badestadt der Kölner Erzbischöfe und Kurfürsten sowie des höfischen Adels,
später um 1900 beliebter Altersruhesitz und Kurort, danach Herberge für viele diplomatische Vertretungen,
ist Bad Godesberg, auf der linken Seite des Rheins, heute der landschaftlich schönste Stadtteil von Bonn.
 
Bad Godesberg mit seinen Parkanlagen und der Fußgängerzone lädt geradezu zu einem Rundgang ein.

 

Informationen und Bilderrundgang über die Burg , mehr



Wenn Sie nun als virtueller Besucher des heutigen Bad Godesberg nach der Altstadt fragen, wie man sie in anderen Rheinstädten findet, so müsste ich Sie eigentlich sofort in unsere Ortsteile führen. Im heutigen Stadtbezirk gab es nur ein paar kleine Dörfer, 2 bis 4 km voneinander entfernt und nur lose miteinander verbunden. Jede Gemarkung hatte ihre Felder und Weingärten, die bäuerlichen Dorfgemeinschaften lebten für sich. Später wuchsen die Dörfer zusammen, und in den letzten Jahrzehnten füllten sich die Zwischenräume mit städtisch angelegten Strassen.
Zu einer alten Kartenübersicht, mehr>>



In der heutigen U-Bahnhaltestelle Plittersdorfer Strasse wird auf einer Wand
an die "alte Burgstrasse Richtung Brunnen" erinnert.


 
Nach einem Kupferstich von Karl Dupuis, ca. 1790

Plan aus dem Jahr 1791, mehr>>
 

In der  U-Bahnhaltestelle Godesberg-Mitte wird auf einer Wand an das
"Dorf Godesberg vor dem Siebengebirge" erinnert.


Das Bild entstand nach einem Kupferstich aus dem Jahre 1791. Gezeichnet und veröffentlicht von Beckenkamp
 

Um 1894 entstand dieses Luftbild von Godesberg. Man erkennt die vielen unbebauten Grundstücke
zwischen den späteren Stadtteilen am Rhein und vor dem Siebengebirge.


Auf einer 1912 erschienen Übersichtskarte von Bad Godesberg sind die
Baufortschritte zu erkennen. Die Stadt dehnte sich aus.

 

Im Jahr 1899 wurden die Gemeinden Rüngsdorf und Plittersdorf mit Godesberg vereint. Damals wurde auch das Wappen geschaffen. 1904 wurde Friesdorf eingemeindet und 1915 Muffendorf. Ab 1926 durfte sich die Gemeinde "Bad Godesberg" nennen. 1935 wurde die Eingemeindung von Mehlem und Lannesdorf vollzogen. In diesem Jahr erhielt Bad Godesberg Stadtrechte. 1969 endete die Selbstständigkeit und Bad Godesberg wurde nach Bonn eingemeindet.
 

Nach dem wir die Godesburg besucht haben setzen wir den Rundgang mit dem  Burgfriedhof fort.




Vom Parkplatz an der Godesburg sind es nur wenige Schritte bis zur heutigen Michaels Kapelle. Ihr Vorgängerbau wurde als Ersatz für eine auf der Kuppe des Berges abgerissene, den hl. Michael geweihte Kapelle, mit der Burg 1210 errichtet.
Der Vorgängerbau  wurde 1583 gleichzeitig mit der Burg zerstört und 1660  wurde die neue Kapelle in der heutigen Form aufgebaut.



Ihre Barockausstattung erhielt sie 1697 - 1699 durch Kurfürst Josef Clemens von Wittelsbach (1688-1723), dessen Wappen sich über dem Eingang befindet.
Fast hätte dieser Kurfürst die Ruine der Godesburg nach einem Entwurf des Pariser Architekten de Cotte zu einem barocken Sommerschloss umgebaut, was jedoch zugunsten des Schlossbaus zu Poppelsdorf unterblieb.
 


 

 

Als die Michaels Kapelle im Jahre 1805 Kirche der neu gegründeten Pfarrgemeinde Alt-Godesberg wurde, entstand hier der der dazugehörige Friedhof.

Beschreibung des Inneren der Kapelle, mehr>>
 



Oben: Grabstätte der Lindenwirtin

Der älteste Teil des Burgfriedhofs entstand also 1805 und wurde bis 1924 mehrmals terrassenförmig erweitert. Auf dem Burgfriedhof befinden sich viele Gräber historischer Persönlichkeiten von Bad Godesberg.


 Grabstätte des Filmschauspielers Paul Kemp
 



Vor dem "Stumpfen Turm" (südwestlicher Turm der Vorburg)
finden wir das Grabmal "Mutter Erde"  der Familie Dernen. 1912 von den Bildhauer Simatscheck geschaffen.

 

 

Wir  gehen wir nun  hinunter zum so genannten Mausoleum.
Der im maurischen Stil 1904/05 für den Bankier Dr. George Guyer errichtete Kuppelbau dient heute als Friedhofskapelle.


 

Wir verlassen nun nun den Burgfriedhof in Richtung Innenstadt
und kommen zum Stationsweg.

 

Grabmal von Dechant Dr. Hermann Josef  Winter (1870-1929)


Weitere Grabstätten auf dem Burgfriedhof, mehr>>

Diese Stationen sind erstmals auf einem 1791 gedruckten Kupferstich abgebildet. Im Jahre 1965 wurden die Skulpturen durch Arbeiten des Bildhauers Wolfgang Reuter ersetzt. Gleichzeitig wurden die Kniebänke entfernt und die Gitter vergrößert.

Mit das älteste Wegekreuz der Stadt wurde 1685 an einer der ältesten Strassen Godesbergs, der Burgstrasse, für die Eheleute Anna Busch und Johannes Schnickel errichtet. Im Zuge der Verbreiterung der Burgstrasse wurde es zu seinem heutigen Standort verlegt.

Im Zuge der Altstadtsanierung wurde der danebenliegende Fachwerkhof, im Volksmund nach der streitbaren Besitzerin auch "Schwan´sches Haus" genannt,
an anderer Stelle aufgebaut.


 

Aufnahme 1958 von Kreuz und Haus am alten Standort

  Wenige Schritte führen uns zum Altstadtcenter
(Heute umbenannt in City-Terrassen).

 

 

Über eine breite Rampe gehen wir in Richtung Kammerspiele..

 




Da wir die Innenstadt später besuchen,
gehen wir nun, nach einem Blick zurück auf die Burg, in Richtung Marienkirche und Brunnen.

Innenansicht der Marienkirche; 
der heutigen Pfarrkirche der Innenstadt.

 

Der Bau der Marienkirche wurde notwendig als die seit 1804 selbstständige Pfarrei Godesberg, bis zu diesem Jahr gehörte Godesberg zur Pfarrei Rüngsdorf, die Pfarrkirchen zu klein wurden. Für ein Jahr war es die frühere Marienforster Klosterkirche und ab 1805 die St. Michaels Kapelle auf dem Godesberg. Am 1.10.1860 wurde der Grundstein gelegt. Architekt der im neugotischen Stil errichteten Kirsche war der Kölner Dombaumeister Vincenz Statz. Die erste Messe war 1863. Der damalige Bau war kleiner als die heutige Kirche. Erst 1894 wurde der zweite Bauabschnitt begonnen. Architekt des am 19.9.1896 eingeweihten Erweiterungsbaus war Franz Statz, der Sohn von Vincenz.

 


 

Ein Kleinod in der St. Marien-Kirche ist die Pieta aus der Zeit der Gotik um 1300, ein Geschenk aus dem Nachlass des 1953 verstorbenen Künstlers Paul Kemp (20.5.1896-13.8.1953). Dieses Vesperbild gehört zu den innigsten und ergreifendsten Kunstwerken seiner Art weit und breit.

 

Aus der Geschichte der St. Marien-Pfarre seien neben der Gründung des Markusstiftes im Jahre 1878 und der Gründung des Hermann-Josef-Hauses im Jahre 1910 (die Armen Dienstmägde Jesu Christi aus dem Kloster in Dernbach arbeiten schon seit 1865 hier) die Pfarrer genannt, die jeweils den Stempel ihrer Persönlichkeit dem Leben und damit der Geschichte der Gemeinde aufprägten.
1805 Jakob Joseph Domsell
1818 Caspar Joseph Conzen
1823 Wilhelm Balthasar Schmill
1833 Johann Wilhelm van de Fenn
1843 August Wurm
1852 Wilhelm Constantin August Buschhausen
1854 Heinrich Joseph Kemmerling
1857 Hubert Theodor Aegidius Minartz (Erbauer der Marien-Kirche)
1889 Dr. Hermann-Josef Winter, Dechant
1929 Wilhelm Lücking, Dechant
1936 August Heimbach, Dechant
1958 Bernhard Limburg, Dechant
1967 Joseph Bontenbroich
1980 Klaus Brüssermann
2007 John Nampiaparambil
2009 Dr. Josey Thamarassery

Text: Kath. Kirchengemeinde St. Marien und St. Servatius

Die Mariensäule von Theodor Ackermann aus Krefeld steht an der Apsis der Marienkirche an der Pfarrer-Minartz-Strasse.

Im Dezember 1854 verkündete Papst Pius IX das Dogma der Unbefleckten Empfängnis Marien. 100 Jahre danach, 1954, gab es ein Marianisches Jahr, zu dem auch diese Mariensäule in Auftrag gegeben wurde. Eingeweiht wurde die 5,40 m hohe Statue mit Sockel aus grauem Porphyr am 2. Februar 1955 an damals prominenter Stelle am alten Markt. Im Zuge einer neuen Straßenführung verschwand der Marktplatz und sie mußte  1969 weichen und wurde an ihrem jetzigen Standort augestellt.
Textauszug: "Kunst im Bonner Stadtbild" 1986 Stadt Bonn

Die Markus Kapelle in unmittelbarer Nähe der Marienkirche

Die schlichte, in neuromanischen Formen 1890/91 errichtete Kapelle, 1910 um ein Seitenschiff erweitert, entstand im Zusammenhang mit dem Bau des pfarreigenen Krankenhauses (Markusstift) an der Burgstraße, unweit der Marienkirche. Zu diesem Zweck wurde trotz zahlreicher Einwände das an gleicher Stelle stehende, älteste Gebäude in Godesberg niedergelegt, das aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem 12. Jh. stammende Kirchlein des Kapellenhofs, einem bereits im 9. Jh. erwähnten Besitz des Bonner Cassiusstifts. 1731 war an dieser durch den kurfürstlichen Beamten Markus von Schoenhoven eine Frühmesse gestiftet worden.

Über den Wiederaufbau bzw. Neubau des angeblich „morschen" mittelalterlichen Kirchleins heißt es in einem zeitgenössischen Bericht: Die neue Kapelle wurde „in derselben Weise, in demselben Style, unter Beibehaltung aller Details und unter Verwendung des gleichen Materials wieder aufgeführt, wobei eine notwendige kleine Vergrößerung durch Verschieben der Längsachse vorgenommen wurde, und auch das betr. Kreuzgewölbe in der gleichen Art und Weise wieder hergestellt." Es entstand ein vierachsiger Bau mit romanischen Zwillingsfenstern an der Straßenseite, einem Vorgelagerten Eingangsbereich sowie einer kleinen Apsis. Wie schon der Vorgängerbau, besitzt die Markuskapelle ein anderweitig genutztes Obergeschoss. Das 1984 geschlossene Krankenhaus beherbergt seit 1989 ein Seniorenwohnheim. Die frühere Krankenhauskapelle mit ihrer zeittypischen neuromanischen Ausstattung wird heute regelmäßig für Wochentagsgottesdienste genutzt.

Text: Kath. Kirchengemeinde St. Marien und St. Servatius

Wir erreichen nun das so genannte "Knolleviertel".

In kurfürstlicher Zeit waren dort Bauernhöfe, Felder und der  Godesberger Brunnen. 
 

Danach entstand  hier ein Handwerker- und Gewerbequartier.
Von der alten Gestalt des Viertels ist durch die Altstadtsanierung (1978 bis 1990) nicht mehr viel vorhanden.
 
Alte Bauten wurden durch eine neue Wohn- und Bürobebauung ersetzt.  

 


 

 

 

 

 



Ein Blick zurück auf die Marienkirche und die Godesburg

Im Neubaugebiet steht ein Brunnen mit Motiven aus der alten Zeit.
 

  Abbildung der Burgschule und von den früheren Häuser an der Burgstrasse.


Wir gelangen nun zur Brunnenallee.  Seit kurfürstlicher Zeit eine Verbindung zwischen Brunnen und Redoute.
Am 24.Mai 1790 eröffnete der Kölner Kurfürst und Erzbischof Max Franz den Godesberger Mineralbrunnen.

 

 
Auf einem alten Stich ist die kurfürstliche Quellenfassung
des Godesberger Brunnen zu sehen. Im Hintergrund die Godesburg.
(Schon die Römer sollen diese Quelle zur Gesunderhaltung genutzt haben.)

 

 

Dieser Brunnen wurde später um ein Badehaus erweitert. 
In den 90. Jahren des 20.Jahrhunderts wurde  die Abfüllanlage für das Godesberger Wasser endgültig geschlossen.

An einer  Zapfanlage gibt es aber immer noch das Wasser der Draitschquelle und der später im Stadtpark gebohrten Kurfürstenquelle käuflich zu erwerben.
Weitere Informationen, mehr>>
In Richtung Redoutenpark kommen wir zum Schwann´schen Haus. Dieses Fachwerkhaus, mit das älteste des früheren Dorfes Godesberg,  stand früher am Fuße der Godesburg zusammen mit weiterer historischer Bausubstanz an der Burgstrasse. 



Wegen der Altstadtsanierung  musste es weichen und sollte für immer abgerissen werden.

 

Durch Bürgerproteste erzwungen, wurde es nach dem Abbruch in den Jahren 1978/79 am jetzigen Standort am Redoutenpark originalgetreu wiederaufgebaut.

Mit wenigen Schritten gelangen wir zur Redoute.

Hier geht es hier weiter zur Redoute und zum Rathaus

weiter>>.

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